Grafik mit einer gezeichneten Glühbirne und dem Text: #EngagiertGeforscht better place lab: Die engagierte Zivilgesellschaft. Studienbericht

Schlagworte

#Resilienz #Organisationsentwicklung #Sektorstärkung

Personen/Beteiligte Organisationen:

betterplace lab,
Stephan Peters, Dr. Josefa Kny, Barbara Djassi

Projektlaufzeit:

Januar 2023 – Juni 2024

Was haben Sie konkret untersucht?

In unserer Studie „Nicht kleinzukrisen!“ haben wir untersucht, was zivilgesellschaftliche Organisationen resilient macht. Was sind ihre Stärken, wo können sie sich noch verbessern – und wie?

Was sind die drei spannendsten Ergebnisse?

  • Fünf Ressourcen-Cluster stärken die Resilienz: „Sinn & Werte“, „Soziale Bindung“, „Führung & Struktur“, „Antizipation & Lernkultur“ sowie „Materielle Ressourcen“.
  • Ein ausgeprägtes Sinn- und Werteverständnis sowie belastbare soziale Beziehungen zählen zu den Stärken; Lernkultur, verteilte Führung und Antizipation eher zu den Schwachstellen der befragten Organisationen.
  • Kleinere Organisationen sind im Durchschnitt resilienter als große, ehrenamtlich geführte können mit hauptamtlich geführten mithalten.

Welche Zahl ist brisant?

Die Resilienz der zivilgesellschaftlichen Organisationen erhält im Durchschnitt die Schulnote 3+.

Was war Ihr “Aha-Moment”?

„Resilienz lässt sich ganz bewusst in Organisationen stärken. Das ist schwierig, wenn die Mittel fehlen, aber nicht ausschließlich von der Finanzierung abhängig.“ – Stephan Peters (Projektleitung)

Was …

 … kann die Politik aus den Erkenntnissen lernen?
Der Wert der Zivilgesellschaft für den Umgang mit gesellschaftlichen Krisen ist enorm! Nur ihrerseits resiliente zivilgesellschaftliche Organisationen sind langfristig wirksam und können Krisen erfolgreich bewältigen. Die Voraussetzung dafür ist ein Resilienzverständnis in der politischen Debatte, das vorausschauend und veränderungsoffen ist. Die Stärkung der Resilienzressourcen von zivilgesellschaftlichen Organisationen benötigt Unterstützungsstrukturen und Finanzierungsmöglichkeiten.

… können Engagement-fördernde Organisationen lernen?
Die Stärkung von Resilienz braucht Ressourcen. Am besten ist zivilgesellschaftlichen Organisationen geholfen, indem sie einerseits die finanziellen Freiräume erhalten, um sich im Rahmen ihrer Kerntätigkeit mit dem Thema Resilienz und der Stärkung ihrer organisationalen Ressourcen zu befassen und andererseits innerhalb von Förderprogrammen Angebote zur Auseinandersetzung mit dem Thema zu schaffen. (Wie) Wurden zurückliegende Krisen gemeistert? Welche Krisen erwartet ihr?

… kann die Wissenschaft lernen?
In unserer Studie haben wir ein breites Set verschiedener Resilienzressourcen für den Umgang mit Krisen in zivilgesellschaftlichen Organisationen vorgelegt. In welchem genauen Verhältnis diese zueinander stehen und wie eine Resilienzstärkung theoretisch und praktisch auf der Ebene einzelner Organisationen und Organisationsnetzwerken unterstützt werden kann, sind aus unserer Sicht zentrale weiterführende Forschungsfragen.

Hier geht es zur Infografik

Wie geht es weiter?

Am 18. April 2024 werden Dr. Josefa Kny, Stephan Peters die Studienergebnisse im Rahmen der Webinarreihe #EngagiertGefoscht vorstellen und gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Engagementpraxis diskutieren. Hier geht’s zur Anmeldung.

Nachdem wir die Resilienz zivilgesellschaftlicher Organisationen beforscht haben, steht im zweiten Teil unseres Forschungsprojekts die Zivilgesellschaft als Sektor im Fokus. Wir werden untersuchen, welche Rolle die Zivilgesellschaft im Umgang mit Krisen spielen kann und bereits spielt – mit (Rück-)Blick auf die Corona-, Ukraine- und Klimakrise.