Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt

Anfang Juli hat die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) ihre Arbeit in Neustrelitz aufgenommen. Damit gibt es erstmals eine bundesweit tätige Anlaufstelle zur Förderung ehrenamtlichen Engagements. Die Gründung der Bundesstiftung selbst ist ein zentrales Ergebnis der Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ und ein gemeinsames Vorhaben des Bundesfamilienministeriums, des Bundesinnenministeriums und des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Etwa 30 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich. Besonders in strukturschwachen und ländlichen Regionen ist es jedoch oft schwierig, ehrenamtliche Strukturen aufzubauen und zu erhalten. Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt will das ändern. Ziel der Stiftung ist es, insbesondere in diesen Landesteilen das Ehrenamt nachhaltig zu stärken – in Abstimmung mit bereits bestehenden Bundesprogrammen. Sie ist die erste zentrale Anlaufstelle, die bundesweit ehrenamtlich Engagierte unterstützt.

Die Stiftung dient vor allem als Servicestelle. Insbesondere kleinen Initiativen fällt der Aufbau der notwendigen Strukturen oft schwer. Sie fragen sich u.a. „Wo lassen sich Fördermittel beantragen?“ und „Wer kann bei rechtlichen Fragen helfen?“ Hier setzt die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt an, zum Beispiel mit Serviceangeboten zur Organisation bürgerschaftlichen Engagements oder die Etablierung von „Best-Practice-Beispielen“. Damit erhalten Initiativen die Möglichkeit, sich über besonders erfolgreiche Ehrenamts-Konzepte zu informieren. Außerdem bringt die Stiftung (in Zukunft) durch unterschiedliche Vernetzungsangebote Engagierte zusammen, hilft bei der Gewinnung neuer Ehrenamtlicher und bietet Fortbildungen an.

Funktionierende Online-Angebote und die passende digitale Infrastruktur – das hat die Corona-Pandemie eindrucksvoll bewiesen – sind essenziell für die Arbeit von Vereinen und anderen gemeinnützen Organisationen. Gerade in ländlichen Regionen ermöglichen sie funktionierende Ehrenamts-Strukturen. Eine herausragende Rolle werden deshalb Angebote rund um das Thema Digitalisierung spielen.

Alle Menschen in Deutschland sollen die gleichen Chancen zur Teilhabe am Arbeitsleben und an der Gesellschaft haben. Unabhängig davon, ob sie in Nord, Süd, Ost oder West, in der Stadt oder auf dem Land leben. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ im Juli 2019 zwölf Maßnahmen beschlossen. Eine davon ist die Förderung von Engagement und Ehrenamt. Die Gründung der Stiftung ist ein zentrales Ergebnis der Arbeit der Kommission.

Ziel der Bundesregierung ist es, das Ehrenamt besonders in strukturschwachen und ländlichen Regionen zu fördern. Darunter fallen viele Teile Deutschlands, besonders viele dieser Regionen liegen in Ostdeutschland. Deshalb hat sich der Bund dazu entschlossen, die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt in einem ostdeutschen Flächenland anzusiedeln. Die Wahl fiel auf die 22.000-Einwohner-Stadt Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern.

Ehrenamt und freiwilliges Engagement sind der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält. Gerade in den ländlichen Regionen hat freiwilliger Einsatz eine besondere und lange Tradition, beispielsweise bei der Freiwilligen Feuerwehr, im Verein oder bei der Freien Wohlfahrtspflege. Wer sich ehrenamtlich engagiert, trägt aktiv zur Sicherung der Daseinsvorsorge, zum Erhalt des Miteinanders und zur Lebensqualität bei. Zudem empfinden die allermeisten der etwa 30 Millionen ehrenamtlich Aktiven in Deutschland ihren Einsatz als persönliche Bereicherung.

Zahlen, Daten, Fakten

gegründet: 23. Juni 2020

Stiftungssitz: Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern)

Vorstand: Katarina Peranić/ Jan Holze

Mitarbeitende: 11 (Stand 31.10.2020)

Die öffentlich-rechtliche Stiftung ist ein gemeinsames Vorhaben des Bundesfamilienministeriums, des Bundesinnenministeriums und des Bundeslandwirtschaftsministeriums

Gesetz zur Errichtung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt