KESSEL – Koordiniertes Einsetzen von Spontanhelfenden in speziellen Einsatzlagen

#Engagement #Spontanhelfende #Katastrophenschutz

Hochschule Worms, Prof. Dr. Werner König
Deutsches Rotes Kreuz Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe gGmbH, Philipp Köhler
8devs GmbH, Jonas Deichelmann

Projektlaufzeit:
April 2022 – März 2023

Was wurde konkret gemacht?

Das Forschungsprojekt beschäftigte sich mit der Fragestellung, wie in Krisensituationen ungebundene Spontanhelfende mittels einer digitalen Anwendung koordiniert sowie bedarfsorientiert und organisationsübergreifend eingesetzt werden können. Es wurden insbesondere Erfahrungen aus der Ahrtalkatastrophe ausgewertet und aufbauend darauf eine App-Anwendung konzipiert.

Was sind die drei spannendsten Ergebnisse?

  1. Die Gruppe der Spontanhelfenden ist sehr heterogen und bringt ein enormes Potenzial an Einsatzmöglichkeiten durch die Vielfalt an Kompetenzen mit sich – mehr als die Hilfsorganisation zur Unterstützung ihrer Kräfte bisher abrufen können.
  2. Es braucht neue Kommunikations- und Organisationsstrukturen z.B. mittels mobiler Applikationen, um in der dynamischen Lage effizient Einsatzkräfte und individuelle Spontanhelfende zu koordinieren und Bedarfe, Verfügbarkeit und Kompetenzen adhoc zu matchen.
  3. Das schnellstmögliche Eintreffen der Spontanhelfenden ist von den Hilfsorganisationen nicht erwünscht.

 Welche Zahl ist brisant?

70.000, das ist die geschätzte Anzahl an Spontanhelfenden, die über Wochen hinweg im Ahrtal Hilfe geleistet haben.

Was kann die Politik aus den Erkenntnissen lernen?

Die Einsatzbereitschaft und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Spontanhelfenden bergen ein riesiges Potenzial. Da viele verschiedene Behörden (Feuerwehr, Untere und Obere Katastrophenschutzbehörde) für den Katastrophenschutz verantwortlich sind, gestaltet sich der Einsatz einer organisationsübergreifenden Koordinationssoftware allerdings als schwierig. Hier gilt es nachzusteuern.

Was können engagementfördernde Organisationen lernen?

Die Hilfsbereitschaft der Spontanhelfenden ist da, sie muss jedoch sinnvoll kanalisiert werden. Viele Aufgaben, wie z.B. das Zusammenstellen von Vorbereitungs- und Lernmaterialien, das Überprüfen von Qualifikationen und das Erstellen von Einsatzmaterialien, könnten von engagementfördernde Organisationen mithilfe von digitalen Lösungen erledigt werden. Die Studie hat gezeigt, dass Spontanhelfende offen für solche Lösungen sind.

O-Ton der Studienleitung: Was war Ihr „Aha-Moment“?

„Zum Start des Projektes gab es einen Aha-Moment, als klar wurde, dass Spontanhelfende besonders in den frühen Phasen der Katastrophe nicht nur Unterstützung ermöglichen, sondern selbst auch welche benötigen, z. B. in Form von Wissen, Versorgung und Unterbringung.“ (Werner König)

Wo gibt es weitere Informationen?

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Grafik mit dem Text: #DSEE mit Hochschule Worms, Deutsches Rotes Kreuz Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe gGmbH, 8devs GmbH: KESSEL – Koordiniertes Einsetzen von Spontanhelfenden in speziellen Einsatzlagen. Studienbericht. Hier geht's zum Inhalt.

ANSPRECHPARTNERIN

Dr. Vivian Schachler
Forschung und Wissenstransfer

Anfragen bitte möglichst per E-Mail,
telefonisch erreichbar Mo – Do.

03981-4569-666

vivian.schachler@d-s-e-e.de