DSEE startet bundesweites Programm „Engagiertes Land“.

 Starke Netzwerke für Engagement und Ehrenamt auf dem Land

  • Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) startet mit „Engagiertes Land“ ein bundesweites Programm zur Stärkung von Netzwerken für Engagement und Ehrenamt in strukturschwachen ländlichen Räumen.
  • 20 Engagement-Netzwerke aus 10 Bundesländern sind vertreten.
  • Unterstützt werden sie von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt und den zwei Programmpartnern Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement und das Thünen-Institut für Regionalentwicklung.

Neustrelitz, 4. Oktober. „Engagiertes Land“ lebt von der aktiven Beteiligung der Engagement-Netzwerke. Zum Auftakt der Pilotphase trafen sich die 20 Initiativen deshalb in einem virtuellen Dorf zum Kennenlernen – eine erste Gelegenheit, Erfahrungen und Wissen auszutauschen.

„Engagiertes Land“: Kräfte bündeln, um Ideen umzusetzen

Das Programm „Engagiertes Land“ fördert sektorübergreifende Netzwerke für Engagement, Ehrenamt und Beteiligung in strukturschwachen ländlichen Räumen, in Dörfern, Kleinstädten und Gemeinden mit bis zu 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Es baut dabei auf Netzwerke auf, in denen verschiedene Vereine und Initiativen mit Politik, Verwaltung und Wirtschaft zusammenarbeiten und gemeinsame Ideen umsetzen, indem sie ihre Kräfte bündeln.
„Engagiertes Land“ unterstützt die Realisierung dieser Ideen vor Ort durch passgenaue Begleitung. Im Rahmen von Dorf-Werkstätten des Thünen-Instituts für Regionalentwicklung sammeln die Teilnehmenden gemeinsam Informationen über die beteiligten Orte und spüren lokale Ressourcen auf. Die Ergebnisse helfen später dabei, konkrete Projekte so fundiert vorzubereiten, dass sie gezielt umgesetzt werden können.

Austausch, Begleitung und finanzielle Unterstützung

Die virtuelle Auftaktveranstaltung wird nicht das letzte Treffen der Teilnehmenden bleiben: „Engagiertes Land“ bringt die Netzwerke regelmäßig zusammen, das nächste Mal bei einem 2-tägigen Netzwerktreffen Ende Oktober 2021.
Über die gesamte Projektlaufzeit hinweg profitieren alle Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer zudem vom Austausch mit der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt und ihren Partnern. Die Vermittlung von Expertinnen und Experten für die externe Prozessbegleitung liegt beim Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement. Der Baustein zielt beispielsweise auf Fragen der Weiterentwicklung der Netzwerke vor Ort ab, will Moderation bei der gelungenen Strategiebildung vermitteln und Aspekte des Freiwilligenmanagements, der Kommunikation oder der Kooperationen mit der Wirtschaft begleiten. Eine Qualifizierungsreihe der DSEE und Angebote der regionalen sowie überregionalen Vernetzung von DSEE und BBE runden das Angebot ab. Darüber hinaus erhalten die am Programm beteiligten Initiativen ein Umsetzungsbudget von bis zu 20.000 Euro pro Jahr.

20 Netzwerke für Pilotphase ausgewählt

Interessierte Engagement-Netzwerke und Organisationen, die gemeinsam ein Netzwerk gründen wollten, hatten bis zum 25. Juli 2021 die Möglichkeit, sich um Teilnahme an dem Programm zu bewerben. Eine Auswahlkommission wählte daraufhin 20 Netzwerke aus. Im Rahmen der Pilotphase werden sie bis Ende 2022 an den eigenen Projekten sowie an der Weiterentwicklung ihres Netzwerks arbeiten.

Jan Holze, Vorstand der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt
„Die Herausforderungen für ehrenamtliches Engagement in ländlichen Räumen unterscheiden sich in vielen Punkten von denen in der Stadt. Auf dem Land herrschen oftmals ganz besondere Herausforderungen, um ehrenamtliche Strukturen aufzubauen und zu erhalten – nicht erst seit Corona. Ein Schwerpunkt der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt liegt deshalb auf der Förderung strukturschwacher und ländlicher Regionen. Unser Programm „Engagiertes Land“ setzt genau dort an und arbeitet mit bestehenden Netzwerken der Engagementförderung zusammen, um Synergien zu erzielen und gemeinsam etwas für das Ehrenamt in unserem Land zu bewegen.”

Lilian Schwalb, Geschäftsführung Netzwerk und Fachpolitik, Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement
„Wenn viele Menschen Verantwortung übernehmen, nicht nur für das eigene Wohlergehen, sondern auch für das Gemeinwohl, und sich hierfür miteinander vernetzen, können wir unsere Gemeinschaft auch für die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen stärken. Mit dem Programm „Engagiertes Land“ haben wir genau das vor: Wir bündeln unser Wissen und unsere Kompetenzen und suchen zusammen Lösungen für Herausforderungen in den „Engagierten Orten“. Wir setzen uns dafür ein, dass vor Ort Vernetzungsstrukturen der Zivilgesellschaft mit Akteuren aus Staat und Wirtschaft aufgebaut und weiterentwickelt werden und langfristig wirken können. So wirken wir auf gute Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement und Beteiligung hin, schließen uns solidarisch zusammen und schaffen belastbare Strukturen.“

Andreas Willisch, Geschäftsführer, Thünen-Institut für Regionalentwicklung
„Der gesellschaftliche Zusammenhalt lebt gerade in ländlichen Räumen von engagierten Menschen. Viele Angebote gäbe es nicht, wenn nicht Leute vor Ort etwas auf die Beine stellten. Diese aktiven Gestalterinnen und Gestalter wollen wir erreichen, mit unseren Dorfwerkstätten stärken und sichtbar machen, wie reich das Landleben auch in vermeintlich strukturschwachen Regionen sein kann.“

Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt

Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) hat im Juli 2020 ihre Arbeit in Neustrelitz aufgenommen. Mit der Stiftung gibt es erstmals eine bundesweite Anlaufstelle zur Förderung ehrenamtlichen Engagements. Die Gründung der Bundesstiftung selbst ist ein zentrales Ergebnis der Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ und ein gemeinsames Vorhaben des Bundesfamilienministeriums, des Bundesinnenministeriums und des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)

Das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) vereint als offenes, transparentes, sektorenübergreifendes Netzwerk rund 280 hauptsächlich korporative Mitglieder aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Arbeitsleben, aus Staat, Politik, Medien und Wissenschaft. Diese verbindet das übergeordnete Ziel, die Bürgergesellschaft und bürgerschaftliches Engagement in allen Gesellschafts- und Politikbereichen nachhaltig zu stärken, die Bedeutung des Engagements sichtbar zu machen und die Rahmenbedingungen seiner Förderung zu verbessern. Im BBE werden Wissenstransfer und Fachaustausch initiiert, gefördert und begleitet, Vernetzung ermöglicht, innovative Konzepte entwickelt und Empfehlungen erarbeitet sowie engagementpolitische Impulse gesetzt.

Das Thünen-Institut für Regionalentwicklung

Das Thünen-Institut für Regionalentwicklung versteht sich als Forschungsinstitut, das die Ursachen und Folgen tiefgreifender sozialer, wirtschaftlicher, kultureller und ökologischer Transformationsprozesse insbesondere in den ländlichen Räumen untersucht und engagierte, kreative Akteurinnen und Akteuren des Wandels unterstützt.

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Ansprechpartner

Dr. Mario Schulz
Leiter Kommunikation

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