Jitsi Meet – einfache Videokonferenzen

Wie so viele Teams arbeiten auch wir in der DSEE seit Monaten überwiegend „remote“ – im Home Office und in Einzelbüros. Um Corona-Infektionen im Team und dem Kreis der Familien zu vermeiden, nutzen wir für unsere Meetings, für Abstimmungen in Arbeitsgruppen, Team-Treffen oder Einzelgespräche vorrangig Telefon- und Videokonferenzen. Neben Zoom & Co für Treffen mit Gesprächspartnerinnen und -partnern in ganz Deutschland haben wir für Team-Internes weitgehend auf Jitsi Meet umgestellt – unser Tool des Monats.

Jitsi Meet funktioniert über den Browser und die Smartphone-Apps für iOS und Android. Technisch gibt es zwei Übertragungswege: Bei Meetings mit nur zwei Personen werden die Daten von einem Rechner zum anderen übertragen (Peer-to-Peer-Modus). Der Jitsi-Server fungiert hier ‚nur‘ als initialer Vermittler. Ab drei Teilnehmenden laufen die Daten über eine sogenannte „Videobridge“. Der Jitsi-Server fungiert hier sozusagen als „Weiterleiter“, speichert aber selbst keine Daten. In beiden Fällen wird die Verbindung über das DTLS-Verschlüsselungsprotokoll gesichert, durch die Nutzung über den Browser oder die Apps für Android oder iOS allerdings gibt es auch bei Jitsi Meet keine vollständige Sicherheit.

Da die Verbindung zum Meeting durch die Server nur vermittelt oder weitergeleitet wird, hängt die Leistungsfähigkeit von Jitsi-Meet stark von der Leistung der Endgeräte und der verfügbaren Bandbreite ab. Wie auch bei ähnlich funktionierenden Videokonferenzsystemen – beispielsweise BigBlueButton – kommt es ab einer gewissen Zahl von Teilnehmenden zu Störungen und Verbindungsabbrüchen. Zwar können mit speziell optimierten Servern bis zu 50 Teilnehmende gleichzeitig an einem Jitsi-Meeting teilnehmen, in der Regel kommt das System aber ab 20 Teilnehmende an seine Grenzen.

Die Nutzeroberfläche von Jitsi Meet wirkt schlicht und einfach. Die wichtigsten Funktionen sind vorhanden: Kamera und Ton lassen sich an- und abschalten, es gibt einen Chat, eine Funktion zum Handheben und eine für die Bildschirmübertragung. Bei letzter übrigens kann der Ton mit übertragen werden, was durch die Übertragungstechnik sehr gut funktioniert – deutlich besser als bei Zoom zum Beispiel kann man über Jitsi Meet gemeinsam Videos schauen.

Da Jitsi-Server in der Regel keine besondere Performance brauchen – sie vermitteln nur oder leiten weiter – gibt es zahlreiche Instanzen, auf denen Jitsi Meetings abgehalten werden können. Vor allem Bildungseinrichtungen, aber auch gemeinnützige Vereine betreiben offene und kostenlose Jitsi Meet Instanzen zur freien Nutzung – darunter der Verein fairkom, die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main oder die Universität Hamburg.

Die Möglichkeit, auch selbst einen Jitsi-Server aufzusetzen, bieten für lokale und regionale Netzwerke außerdem die Möglichkeit, digitale Ressourcen gemeinsam zu nutzen. Und: Da Jitsi Meet selbst eine Open-Source-Software ist, können technische Weiterentwicklungen allen Nutzenden gleichermaßen zu Gute kommen.

Jitsi Meet nutzen wir im Team der DSEE vor allem für kleinere bis mittelgroße Besprechungen. In unserem virtuellen Büro haben wir Jitsi Meet in zahlreichen Räumen eingebunden, sodass wir uns auch spontan zu einem Meeting treffen können. Doch auch über die diversen Instanzen lassen sich Jitsi-Meetings spontan einrichten. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Einzig die Vergabe eines Namens für das Meeting, der an die URL zur Einwahl angehängt wird, ist nötig. Mit den jeweiligen URLs sollte man dann aber umsichtig umgehen, um zu vermeiden, unliebsamen Besuch im Meeting zu bekommen.

OpenSource-Tool des Monats

OpenSourceTool Jitsi Meet

Ansprechpartner

Hannes Jähnert
Vorstandsreferent

03981 21743-03

hannes.jaehnert@d-s-e-e.de

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