„Ein Quantensprung ins Digitale“

„Wir bieten seit 2008 Forscherstunden für Kindergärten an. Aktuell betreuen wir 25 Kindergärten in Weinheim, Mannheim und Heidelberg. Das bedeutet, dass wir dort Forscherecken einrichten und unsere fünf Mitarbeiterinnen – die meisten sind Naturwissenschaftlerinnen – alle zwei Wochen in die Kindergärten fahren und dort mit den Kindern und den Erzieherinnen und Erziehern forschen. Uns ist es wichtig, die Pädagoginnen und Pädagogen in die Forscherstunden einzubeziehen. So gestalten wir nicht nur ein spannendes Angebot für die Kinder, gleichzeitig bieten wir eine Weiterbildungsmöglichkeit für die Fachkräfte. Dabei achten wir sehr auf Regelmäßigkeit, das Forschen soll ja zu einem Teil des Alltags werden.

Corona-Pandemie war schwerer Schlag

Die Corona-Pandemie war erst einmal ein schwerer Schlag für uns. In viele Kindergärten durften keine Externen mehr kommen. Unsere Forscherstunden mussten deshalb ausfallen. Das war schade für die Kinder und hat die herausfordernde Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher noch schwieriger gemacht. Wir wollten das ändern und hatten die Idee, einen digitalen Forscherfilmkanal einzurichten. Dank der Förderung durch die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt können wir diese Idee jetzt umsetzen – für unsere Arbeit ist das ein Quantensprung ins Digitale. Unter anderem konnten wir in die nötige Technik investieren. Wer Videos produzieren möchte, braucht dazu leistungsfähige Computer, gute Kameras und gute Mikrophone. Nur damit stimmt am Ende die Qualität. Das war uns wichtig, schließlich soll auch unser digitales Angebot Spaß machen.

Angebot jetzt bundesweit verfügbar

Zu unseren Experimenten und Forscherideen werden wir jetzt Videos drehen und sie online zur Verfügung stellen. Auf unserer Website gibt es dazu die passende „Forscheranleitung“ mit den naturwissenschaftlichen Hintergründen und Informationen zum benötigten Material. Die Erzieherinnen und Erzieher können das alles nutzen, um regelmäßig mit den Kindern zu forschen. Auch die Eltern haben so die Möglichkeit sich anzuschauen, was ihre Kinder beim Forschen im Kindergarten erleben.

Wir sind unheimlich froh, dass wir die Kindergärten in den nächsten Wochen und Monaten weiter unterstützen können – ihre Lage ist ja nicht einfacher geworden. Gleichzeitig freuen wir uns, dass unser Angebot, das bisher lokal beschränkt war, plötzlich bundesweit verfügbar ist. Theoretisch könnten jetzt noch mehr Kindergärten mit uns forschen. Das ist großartig und wir sind unheimlich gespannt, was sich daraus ergibt.“

Bernd Schlag
Projektleiter
Gesellschaft für Umweltbildung Baden-Württemberg e.V.

umweltbildung@t-online.de
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